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okdoc.ch - News
18.08.2010

Forscher warnen vor neuem Super-Bakterium


Ein resistentes Super-Bakterium sorgt für Unruhe. Britische Forscher warnen vor dem «gefährlichen» Keim NDM-1, der vermutlich durch Schönheitsoperationen aus Indien eingeschleppt wurde.

Der Keim namens NDM-1 berge grosse Gefahr und drohe, «zu einem weltweiten Gesundheitsproblem zu werden», stellten Forscher der britischen Universität Cardiff in ihrer heute veröffentlichten Untersuchung in der Fachzeitschrift «Lancet» fest. Weil mehr und mehr Europäer und Amerikaner zu Schönheits-OPs nach Indien reisten, sei es wahrscheinlich, dass er sich weiter ausbreite.

Die Bakterie sei resistent gegen praktisch alle Arten von Antibiotika, sagte der Wissenschaftler Timothy Walsh dem britischen Sender BBC. Selbst sogenannte Carbapeneme, die als «Notnagel» eingesetzt werden, wenn sich eine Entzündung mit den herkömmlichen Antibiotika nicht eindämmen lässt, kämen nicht gegen den Keim an. «Wir haben die Antibiotika fast ausgeschöpft, nur zwei sind noch wirksam.»

Antibiotika gibt es frühestens in zehn Jahren

Neue Antibiotika, die gegen den Superkeim wirken könnten, werde es frühestens in zehn Jahren geben. «Können sich diese Entzündungen ohne geeignete Behandlung weiter ausbreiten, wird es sicherlich Todesfälle geben.» Ein weltweiter Überwachungsmechanismus sei daher «unbedingt erforderlich». Walsh hatte den Keim NDM-1 erstmals vergangenes Jahr bei einem schwedischen Patienten entdeckt, der zu einer Schönheitsoperation in Indien war.

Bisher wurde NDM-1 bei 37 Menschen identifiziert, die nach Operationen in Indien oder Pakistan nach Grossbritannien zurückgekehrt waren, wie «Lancet» weiter berichtete. Ausserdem sei der Keim auch in Australien, Kanada, Schweden, den USA und den Niederlanden entdeckt worden.

Quelle: Berner Zeitung (bru/AFP), August 2010


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